Friday, October 26, 2012

Zweite Uniwoche

Das Wochenende: sehr nice. Samstag erst chillen und Karaoke mit TJ in Akihabara (oder, wie wir Insider-Cooletten sagen: Akiba). Da ich hier meine Japan-Karaoke-Jungfräulichkeit verloren habe, dachten wir uns, ne Stunde wird reichen. Gute zwei Stunden später, nach zahlreichen, unpassenden, semi-schrecklich oder auch zauberhaft gesungenen Liedern sind wir aus dem Laden wieder rausgetaumelt. 
Dazu muss man sagen, für die, die Karaoke nur in deutschen Bars kennen wo Betrunkene auf die Bühne stolpern und sich vor versammelter Gesellschaft mit "Eternal Flame" zum Affen machen: Hier mietet man eine Art Abstellkammer mit Fernseher und state-of-the-art Karakokezubehör, allein, zu zweit, zu zwölft und singt dann ganz entspannt nur für sich und seine Freunde. Und es gibt ca. 750tausend Lieder zur Auswahl.  Die meisten Japanisch. 
Das ist GROßARTIG! Ich werde demnächst vermutlich tatsächlich mal alleine da hingehen und mir den Rotz von der Seele singen. Das ging mit TJ aber auch. Spaß. 
(Für die Kenner unter uns: Ich habe "Chiisana Mado" und "Game" von Mucc gesungen, "Yume no Hana", "Tatakau Kimi yo" und "Materia" (!!!!!) von The Back Horn und außerdem "Burn" und "Hanareruna" von The Yellow Monkey sowie Remiromen und Sid... Mir fehlte nur "Kokonoka". Oh, und "Intergalactic". Ja, Beastie Boys! Yay! TJ hat Gackt gesungen und Dir En Grey, L´Arc en Ciel und Luna Sea... Wer diese Leute kennt, ahnt, was das für ein Spaß war. Wer nicht: Es war ein Riesenspaß!)
Wir waren dann noch essen und ich kam zu spät zu der Kimbab-Party in meinem Wohntrakt. War aber trotzdem nett. Und sehr lecker. 
Sonntag war ich dann mit May und der kleinen Wei Ting aus dem Wohnheim in Jiyuu ga oka. Komischer Name für ein Stadtviertel? Finde ich auch... War aber super da. Nachdem wir zunächst in die falsche Richtung gelaufen sind, haben wir schließlich auch das eigentliche Ziel der einstündigen Reise gefunden, eine Art Ladenstraße für Schleckermäuler und Naschkatzen: Sweets Forest. Wir konnten uns kaum entscheiden, alles sah hervorragend aus, haben uns dann aber doch zu Soufflé hinreißen lassen. Ich wollte den Koch/Bäckermann heiraten (der auch nicht unsüß war...). So herrlich. Ganz fluffig und zart... Das Soufflé, nicht der Bäckermann. Ich hatte eins mit Mintgeschmack. Man bekommt das Soufflé und einen kleinen Pot mit Soße, soll ein Loch ins Soufflé graben, die Soße reinkippen und dann essen. Mmmmh... Ich hätte noch zehn davon essen können wollen.
 Der Eingang von Sweets Forest.
 Mini Rollcake Auslage.
 Wei Ting und May.
 Gebrauchsanweisung für Soufflé.
 Mein Mintsoufflé.
Weil ich fand, daß ein Dessert an so einem Ort nicht genug ist, habe ich noch einen kleinen Satsuimo Rollcake mitgenommen. Süßkartoffel. Den hab ich dann Montag gegessen weil mein Bieberle Geburtstag hatte und ich das irgendwie feiern musste.
 Satsuimo Rollcake
Anschließend sind wir noch in der Gegend herumgelaufen, ganz, ganz zauberhaft. Kleine Häuschen, süße Shops... Wir hatten die ganze Zeit das Gefühl, in einer kleinen Hafenstadt zu sein, ganz merkwürdig. Also, da würde ich wohnen wollen. War ein sehr schöner Tag, aber durch das ganze Rumgelaufe auch anstrengend.
Jiyuu ga oka.
Montag: Kanji. Die Lehrerin, eine kleine Frau mit stapelweise Blättern unter dem Arm und einer gewissen Aura von Autorität, hat uns erst mal erklärt, dass wir jede Woche nen arschvoll Hausaufgaben bekommen. Und dann hat sie uns nen Test schreiben lassen. Jap, in der ersten Stunde. 
Aber: Der Kurs wirkt ok, und Hausaufgaben sind in diesem Falle vermutlich einen gute Idee um alle zu zwingen dran zu bleiben. Ja, noch bin ich optimistisch. 
Nachdem ich die Mittagspause und die darauffolgende Freistunde damit verbracht habe, mit den anderen zu essen, eine Copycard zu kaufen, ein Bafög-Papier auszudrucken und es zum unterschreiben ins entsprechende Büro zu bringen (wofür die einen Antrag und eine Woche brauchen), wurde ich aus dem nächsten Kurs (Comprehensive Japanese) rausgeworfen weil das der war, in dem ich eigentlich in einer anderen Stufe bin. Die gleiche kleine resolute Frau die schon im Kanjikurs einen knallharten Eindruck machte, schickte mich und zwei andere raus zu einem Koordinator um das sofort zu klären. Der war natürlich nicht da. Also habe ich stattdessen auf May gewartet, sie verpasst, angeschrieben, doch noch gefunden... und wir haben zusammen die Miete überwiesen. Am Automaten. Mit Hilfe einer 4-seitigen Erklärung die wir vom Wohnheim bekommen haben. Aber nicht bevor wir zwei verschiedene Bankautomaten gefunden hatten die unseren entsprechenden Karten (meine japanische Bankkarte, Mays deutsche Kredit- und EC-Karte) Geld geben wollten...Stress, Dein Name sei Banken!
Nun habe ich morgen noch Grammatik und Unterhaltung und muss mich dann entscheiden, wie mein finaler Stundenplan aussieht. Kanji ist drin und der letzte hoffnungsvolle Kandidat ist Grammatik... Ja, Grammatik. Nicht spannend aber hilfreich.
 Mmmh, Mensa Ramen mit frittierten Wan Tans.
Dienstag: Schrecklicher Tag. Der erste echt schreckliche Tag seit ich hier bin. Ich bin zu früh zur Uni gelaufen und hab da fast ne Stunde umsonst verbracht. Alleine. Um acht Uhr morgens. Nicht cool. Der Grammatikunterricht fing mit der schlimmsten Selbstvorstellung (die ich ja per se hasse wie die Pest) der Welt an. Anstatt einfach zu sagen, wer und woher wir sind, mussten wir aufschreiben, was wir als Tier/Farbe/Krankheit/Wetterfront wären und warum, dann einen der Zettel ziehen und kommentieren und am Ende nochmal den Kommentar kommentieren. Und dann das ganze nochmal mündlich vortragen. What. The. Fuck? Ich kann nicht wirklich sagen warum, aber ich fand das so schlimm, dass ich mich ernsthaft fast übergeben hätte.
Trotzdem werd ich den Grammatikunterricht machen. Die Lehrerin redet irre schnell und wirft uns mit ungeheuer sinnlosen Informationen über ihr Leben zu, wirkt aber sehr freundlich und auch ein bißchen lustig. Außerdem ist die Alternative zu Grammatik derzeit der Unterhaltungskurs/Sprechkurs. Der war die dritte  Katastrophe des Tages. Nicht nur Selbstvorstellung, nein auch noch ein Interview mit einem random anderen Kursteilnehmer führen (auf Japanisch selbstverständlich) und dann nach vorne stiefeln und diesen anderen Kursteilnehmer vorstellen. Ich konnte plötzlich keinen graden Satz mehr formen. Ich hasse das. Und bei dem Programm, Referat, Rede, Rollenspiele und dann auch noch Keigo (Höflichkeitssprache)... da sag ich doch besten Dank, nein. Lieber Grammatik und nur einen Vortrag.
Ach ja, geregnet hat es auch. Und ich hatte mich mit Kotaro verabredet, dabei aber vergessen, dass ich eigentlich mit Erisa zu einem Kurs wollte und auch, dass ich eigentlich zum Photographie Circle (eine Art after-School-Club) wollte. Egal, nach dem Unterricht bin ich nach Shibuya gefahren und Kotaro, ein ehemaliger Austauschstudent von uns der in Kyoto wohnt und nur zu Besuch in Tokyo war, hat meinen Tag schön gemacht. Wir haben lecker gegessen und sind dann bei Loft und Tokyu Hands in Shibuya gewesen, beides geeignet für Tagesausflüge. Wir hatten seeehr viel Spaß. Danke, Kotaroooo! <3
 Kotaro.^^
Auf dem Heimweg waren alle meine Bahnen so voll, dass ich stehen musste. Meine Knie und meine Fußknöchel (die sehr empfindlich geworden sind) waren angeschwollen und schlecht gelaunt. Das drückte sich so aus, dass sie mir wehtaten.
Aber: Ich habe "This Book is full of Spiders" zuende lesen können auf der langen Fahrt. Lesen ist toll. Ich mach das grad wieder viel. Und allen die jetzt sagen: "Was tust du? Du bist in Japan, geh raus und mach was!":
- Ich gehe raus und mache was. Ständig. Diese Woche 5 Verabredungen.
- Das eine hat mit dem anderen gar nichts zu tun.
- Ich lese zum Beispiel in der Bahn, abends im Bett, vor dem Unterricht...
- Freuen wir uns doch alle zusammen einfach, dass ich mal wieder so entspannt sein kann, dass ich die Muße zu lesen habe. In den letzten drei, sechs Jahren kam das nicht oft genug vor.
- Lesen in Japan ist auch etwas in Japan tun.

Mittwoch: Der Manga-Kurs ist super. Die Lehrerin legt Comics aus, jeder nimmt sich eins, liest und schreibt dann etwas darüber. Danach haben wir zusammen Neko Ramen gelesen und dann geschaut, Großartig!
Auch der "Japan Cool" Kurs wird nicht schlechter.
Habe Yutaka, einen weiteren unserer ehemaligen Austauschjapaner, zum Mittagessen getroffen, das war nett, bin dann nach Ôkubo gefahren um in einem mysteriösen Laden für Schulbücher die Grundschulbücher zu kaufen die ich für den Schönschreibunterricht brauche. Warum mysteriös? Riesenhaus, klitzekleiner Laden, drei Eingänge, einer eine Art mit Stapeln von Schulbüchern vollgestellen, gut beleuchtete Garage... Aber: Alles gefunden, weniger als zehn Euro für sechs Bücher bezahlt.
Ôkubo an sich ist aber nicht sooo schön. Endlich habe ich mal eine Gegend in Tokyo gefunden die nicht wunderschön ist mit Kaki-Bäumen in sauberen Gärten und glücklich spielenden Senioren auf der Straße.

Donnerstag: Auch nicht aufregend. Koto Unterricht. Die Lehrerin erwartet von uns, dass wir die seltsame, pentatonische Tonleiter in der das Koto gestimmt wird aus dem Kopf und nach Gehör stimmen können. Ähm, nein! Da brauch ich schon noch ein bißchen Hilfe vom Klavier...
So siet "Sakura" aus wenn man es für Koto aufschreibt. Zahlen. Sexy! 
Danach war ich bei meiner tollen Academic Advisor Professorin und habe meinen Stundenplan von ihr absegnen lassen. Sie fand ihn toll und war neidisch auf meine tollen Kurse (ihre Worte!). Ich bin sehr zufrieden mit meinem Stundenplan und ich liebe Professor Saito. 
Der Stundenplan sieht jetzt so aus:

Montag: 2. Stunde: Kanji
Dienstag: 1. Stunde Grammatik
Mittwoch: 1. Stunde Manga, 2. Stunde "Japan Cool"
Donnerstag: 1. Stunde Koto
Freitag: 2. Stunde Lesen, 4. Stunde Schönschreiben

Wirkt doch machbar und nett, abgesehen von dem ewigen frühen aufstehen. Und ich bin die einzige. Alle anderen stehen nicht ständig so früh auf. Positiv gesehen: Ich hab dann immer den ganzen Tag zum Sachen machen!
Mmmh, Mensa... Irgendein Don (Reis mit etwas drauf) mit Hühner-Hack-Bällen. Lecker.

Abends bin ich nach Higashi Nakano gefahren (nicht der Skifahrort. Ein Stadtteil Richtung Shinjuku von hier aus) um mich mit Yuriya und ihrem Freund Takumi zu treffen und Yakiniku zu essen. Yakiniku bedeutet übersetzt "gebratenes Fleisch" und nichts anders ist es dann auch. Man bestellt kleine Portionen verschiedener Fleischsorten und brät sie schön auf dem Tischgrill.
Yuriya musste sehr lange arbeiten, also sind Takumi und ich alleine los und haben ein Stündchen gegrillt. Er hat sehr leckere Sachen ausgesucht und es war sehr nett! Als Yuriya kam hat sie noch ein bisserl gebrutzelt und dann sind wir zu dritt Karaoke singen gegangen. Leider hatten wir nur etwa eine Stunde Zeit (die letzte Bahn ist in Tokyo so´ne Sache...), aber mann, war das lustig. Das nächste Mal machen wir das definitiv länger und quälen uns gegenseitig mit absurden Songs. :D Ein seeeehr schöner Abend der mich beschwingt ins Bett hat fallen lassen.
 Higashi Nakano. Yuriya sagt, es sieht dort noch aus wie in den 70ern. Und es ist ein bißchen Schanzig-cool.

Freitag: Nix. Na, gut, Uni. Aber sonst nix. Ich mag meinen Lesekurs (Frontalunterricht, dann Übungen allein (keine blöde Partnerarbeit), dann korrigiert der Lehrer kichernd) und ich liebe Schönschreiben. Heute haben wir das Zeichen für "Himmel" in verschiedenen Versionen aus verschiedenen Zeitperioden gemalt und uns währenddessen über Energie und Erdöl und so was unterhalten. Na gut, ich nicht, aber ich war auch damit beschäftigt, die Kalligraphie-Künste meiner chinesischen Nachbarin zu bewundern...
Dann habe ich mir im großen Supermarkt an der Uni ein Deo, einen schönen Regenschirm und ein paar Schuhe gekauft die eigentlich zum drinnen tragen an japanischen Schulen gedacht sind. Sehr bequem. Davon nehm ich welche mit heim. Sind nämlich auch noch billig.
 So bequem!
Mein hübscher Regenschirm!

Nächste Woche gibts bestimmt ein bißchen weniger, die Uni ändert sich ja jetzt nicht mehr und ich verspreche, nur aufregendes zu berichten.
Bonusbilder:
 Das Whiteboard unten in meinem Wohnheim. Täglich kommen neue lustige Kreaturen dazu...
 Mein Duschkörbchen mit dem ich mein Shampoo durchs Haus trage.
 Ein fröhliches Radiergummi das mich aufheitert, selbst wenn ich einen fehler ausradieren muss. Braves Radiergummi!
Nächstes Jahr ist Jahr der Schlange, also gibts überall Schlangenzeug: Schlangenkarten, schlangenförmige Steine, Schlangen-Sticker... Diese waren die besten.

Friday, October 19, 2012

Erste (halbe) Uniwoche: Check!

Bevor ichs wieder vergesse: Ich habe ALLE meine Bilder hier hochgeladen und werde dies auch weiter tun also, falls jemand sich mal bei der Arbeit langweilt oder so... FotosFotosFotos

Nach dem luschigen Sonntag voller Müßiggang (a.k.a. Ghosthunters schauen) habe ich am Montag meinen Kumpel TJ, der hier in Tokyo lebt, in Harajuku getroffen und wir sind herumgewandert, haben ein kleines Café off-Omotesando gefunden wo ich lecker Quiche und Kuchen hatte. Sehr lecker!
Als wir zu Hikarie in Shibuya gingen, kam uns Schauspieler Narimiya Hiroki entgegen... Hat den TJ seltsam angestarrt... Selbst in einer giganto-Stadt wie Tokyo kann man also berühmte Leute treffen. 
Wir waren auch bei Smile-Land im Parco/Shibuya. Danke Sumire, für den Tipp.<3 Außerdem bei Uniqlo wo ich ein T-Shirt im Sale-Sale, runtergesetzt von 20€ auf 15€ auf knapp 6€, gekauft habe und bei Mandarake wo es unmengen von Godzilla-Figuren gibt (unter anderem) und wo Jens im Februar vermutlich übernachten wollen wird...
 Godzilla and Friends
 Indiana Jones Spielzeug!
Mandarake hat Spielzeug für Nerds. Auch für Beastie Boys Fans.
Abends sind wir dann nach viel Rumgelaufe (und viel vom-Stadtteil-Gesehe) schließlich in einem Yakitori- Laden eingekehrt wo wir lecker Yakitori gegessen haben. Sehr guter Tag! Gracias, TeeJott! Jederzeit wieder.^^
 Dorks!
Meine Favoriten: Leber und Hühnerhaut.*_*
Dienstag war ich dann mit den anderen deutschen Austauschstudentinnen in Tachikawa, das ist zwei Stationen weiter aus der Stadt raus von uns aus. Erstaunlicherweise gabs da einiges: coole und brauchbare Läden (für Kenner: Daiei, Disk Union....), ein Kino... Wir haben den ganzen Tag dort verbracht, primär in dem "Book Off Super Bazaar" wo nicht nur Bücher gebraucht und günstig verkauft werden, sondern ALLES! Klamotten, Spielzeug, Taschen, Schmuck... Klamottentechnisch war nicht viel drin für mich, aber ich habe eine Kuschel-Miffy für 3,50€ gekauft, eine Kamen Rider Figur für einen Euro, ein paar Comics und zwei DVDs (The Back Horn und Brahman).
 Komplette Ausbeute, inklusive eines Takoyakigeräts! Woohoo, Takoyaki-Party!
 Schöne Tüte für ein Elektronik-Kaufhaus, oder?
Reiskocher sind hier (erstaunlicherweise) teuer aber dieser... O_O ca 890 Eur für einen Reiskocher? WTF?
 Miffy!
 Kamen Rider Kuuga wacht jetzt über meinen Schreibtisch!
Frustrierend war die Feststellung, dass drei Tage nach dem Verkaufsstart die Karten für das Mucc Konzert auf das May und ich sehr gerne wollten, schon ausverkauft waren. Dammit!

Mittwoch war erster Uni-Tag! Woohoo! In der ersten Stunde den Manga-Kurs (in dem wir zusammen Manga lesen und Anime schauen), der ganz witzig war, vor allem weil die Lehrerin super süß ist. Wir haben verschiedene Manga angeschaut, eine Folge "Neko Ramen" geschaut und einen Bogen ausfüllen müssen, welche Manga wir so mögen und welche wir gerne im Unterricht behandeln wollen. Das kann lustig werden... Vor allem weil niemand außer mir die Comics liest, die ich lese...:/
In der zweiten Stunde dann "Japan Cool Abroad", in englischer Sprache. Auch sehr intressant. Auch hier haben wir zunächst definiert, worum es geht und um was es gehen soll und haben uns dann kurze Filme zum Thema Fandom angesehen. Voller lustiger Menschen in lustigen Kostümen, inklusive der bizarren "Bronies", Männern die Fans der Kinder-Zeichentrick-Serie "My little Pony" sind... *hust* Okaaaay! Insgesamt ist es sicher interessant, japanische Pop-Kultur und wie sie sich im Ausland verbreitet, wissenschaftlich zu betrachten. Und der Prof schlug vor, dass wir mit anderen, regulären Kursen und den japanischen Studenten zusammen arbeiten. Sehr cool!  Erinnert mich an meine Science Fiction Kurse in Anglistik letztes Semester, das ist positiv.
Ich hoffe, das geht so weiter, dass die Kurse interessant sind. Morgen probieren wir (scheinbar alle) in den Koto Kurs zu kommen der leider sehr limitierte Kapazitäten hat... Mal schauen. Freitag dann Leseverständnis und Kalligrahie.
Hinterher bin ich noch zum Baumarkt/Lebens-Dinge-Markt namens Conan gegangen und habe endlich Vorhäng gekauft. Yay! Vorhänge! Ich kann hoffentlich jetzt etwas länger schlafen. Außerdem habe ich eine kuschelige braune Kuscheldecke gekauft und kann nun in kompletter Kuschelmontur hier rumsitzen und... kuschelig sein.
 Auf dem Weg. Ein Laden namens "Gemütlich". Klingt... gemütlich...
 Im Laden: Ein ganzes Regal voller Container zum Gemüse einlegen. Ja, auch die Eimer! Ratet, wer einen davon kaufen und irgendwie heimschleppen wird?
 Nur für Maika: Leute verkleiden ihre klitzekleinen Hunde als Mucc und Gacchapin... Na?
 Die Cupnudel Abteilung im Supermarkt. Ja, all das! Abwechlung ist nicht das Problem...
 Ich, ganz kuschelig! Kuschelige Hausschuhe, kuschelige Hose, kuschelige Decke.

Donnerstag war zweiter Unitag. Duh. Ich hatte nur den einen Unterricht, Koto. Super! Koto spielen ist... relativ einfach. Das Stimmen zu Anfang aber nicht...Besonders nicht, wenn der Raum voller Menschen ist, die das gleiche versuchen.
 Schuhe aus, auf den Boden hocken. Hier checkt die Lehrerin (in Beige) gerade die Töne.
 Diese kleinen Dinger muss man unter die Saiten friemeln und dann verschieben bis die Saite den richtigen Ton ergibt beim Anschlagen.
 "Mein" Koto, all set up und wohlklingend.
Wir haben versucht "Sakura" zu spielen, das vermutlich bekannteste japanische Volkslied. Wer´s nicht kennt, geht zu Youtube o.ä., hört es sich an und holt sich einen schrecklichen Ohrwum, bitte. Schade ist, dass es nur zehn Kotos gibt, aber etwa 17 Leute in dem Kurs sind. Ist etwas.. voll.
Danach war wieder frei also sind May und ich nach Tachikawa gefahren, sind zu Disk Union, einem second hand Plattenladen gegangen (ich wollte dort einziehen. Super CDs, es lief Supermusik...) und haben uns dann im Kino den Film Rurôni Kenshin angesehen. 
 Foyer im 8. Stock. Unspektakulär.
 Klitzekleiner Kinosaal, 6 Reihen oder so.
Was an einem japanischen Kinobesuch auffiel:
- Eintritt, trotz Studentenermäßigung, Nachmittagsvorstellung und 2 Monate altem Film: 15Eur...
- "Zum Kino bitte in den Fahrstuhl, in den achten Stock."
- Sehr freundliche Begrüßung durch den Kartenabreißer
- Der Popcorngeruch ist nicht so stark und deswegen nicht gar so ekelhaft wie in Dt... (jaja, ich hör euch alle schreien. Ich hab im Kino gearbeitet. Popcorn stinkt nach dem 6. Jahr einfach...)
- Die Preise für Popcorn, Süßes, Getränke und die Wurst eingebacken in ein Brötchen sind in etwa vergleichbar.
- Die Ansage, dass der Film gleich anfängt und dass man nicht rauchen und die Handys ausmachen soll, erfolgt durch den freundlichen Kartenabreißer persönlich. Sehr höflich und etwas umständlich.
- Keine Werbung vor dem Film. (yay!)
- Keine Trailer for dem Film (nay!)
- Außer mir hat scheinbar keiner gelacht. Wars nicht witzig? Man weiß es nicht...
- Alle 10 Gäste der Vorstellung blieben bis zum bitteren Ende des Nachspanns sitzen. Jens wäre glücklich.
- Sehr guter Film. Super besetzt (für einen Fan des Comics) und suuuper Action!
- Etwa die Hälfte verstanden. Reicht erstmal.
Als wir wieder in hier in Hitotsubashigakuen ankamen, wollte ich zum Geldautomaten um mit Geld von dort noch etwas zu essen zu kaufen, aber der blinkte und heulte. Keine Ahnung, ob jemand versucht hat, den auszunehmen oder einfach jemand den Alarmknopf gedrückt hat... So oder so: Kein Geld für mich. Ich habe meine letzten Münzen zusammengekramt, einen Purin gekauft und zu Hause Cupnudeln gegessen.

Und, witzig, witzig, es geht weiter mit den guten Kursen. Heute, Freitag, hatte ich (allein, keine anderen deutschen oder mir sonst näher bekannten Studenten) einen Leseverständniskurs in dem wider Erwarten nicht Kanji gelernt werden, sondern tatsächlich Strategien wie man japanische Texte liest. Sah gut aus, auch wenn ich zunächst dachte, das sei zu schwer für mich und alle anderen wären viel besser... Schnickschnack. Geht alles. Und der Lehrer ist witzig, ein kleiner, nervöser Mann der aber sehr freundlich wirkt, ständig durch den ganzen Raum läuft obwohl alle im vorderen Teil sitzen und von Zeit zu Zeit mit Schmackes seine Hose am Gürtel hochzieht. Er redet sehr viel, sehr schnell, erklärt aber hervorragend und schließt 90% der Zeit die Augen als würde er sich eher vorstellen Unterricht zu geben als es wirklich zu tun. Großartig.
Ich hatte dann Mittagspause und dann eine Freistunde. Ich dachte, da setz ich mich doch nett irgendwo hin und lese "This Book is full of Spiders" von David Wong, die Fortsetzung von "John dies at the end" die Jens mir freundlicherweise zukommen lies, aber... Noch während ich zufrieden und allein beim Essen saß, fand mich Erisa, eine unserer ehemaligen Austauschstudentinnen und schon musste ich mich unterhalten, mir zeigen lassen, wo ich ausdrucken, kopieren, loungen, Computer benutzen kann, wo die Bibliothek ist... Und dann haben uns auch noch Freunde von Erisa gefunden und schwupps, wurde mein einsamer Lesetag zu einer lustigen Unterhaltung. Schrecklich! Nein, natürlich ganz toll. Endlich habe ich Erisa getroffen! Und es war sehr lustig, wirklich.
Kurzer Exkurs: Zeiten.
1. Stunde: 8.50 - 10.20h
2. Stunde: 10.30 - 12.00h
Mittagspause
1. Stunde: 12.50 - 14.20h
4. Stunde: 14.30 - 16.00h
Es gibt eine 5. Stunde, aber da findet für mich nichts statt.
In der 4. Stunde hatte ich dann den Kurs den ich für Kalligraphie gehalten habe, aber in Wirklichkeit ist es ein Schönschreibkurs. Fast besser! Ich wurde, mit allen anderen, dazu aufgefordert, in einem bestimmten Laden Schulbücher für japanische Grundschüler zu kaufen als Kursmaterial. Das ist so cool. Und der Lehrer ist ein lustiger Geselle. Anstatt uns zu sagen, dass wir zu diesem bestimmten Laden gehen sollen der sich an diesem und jenem Bahnhof befindet, hat er uns erstmal die Tokyoter Bahnen erklärt und welche wohin fährt. Und dann hat er sich bestimmt ne halbe Stunde darüber ausgelassen, was bei Erdbeben zu tun ist.  Und dann wollte er von uns wissen, was wir an Japan mysteriös oder komisch finden... Er hat es uns auch aufschreiben lassen, wer weiß, was er daraus macht das vielleicht mit dem Kurs zu tun hat.
Nur zur Info, beide Kurse waren auf Japanisch.
Nach dem Unterricht bin ich nach Kokubunji gelaufen und habe dort locker 25 Eur im 100en Store gelassen. Alles Schulzeug. Ich brauch ja Mappen und Blöcke und die richtigen Bleistifte zum Schönschreiben und Radiergummis...

Ich bin gespannt auf die Kurse in der nächsten Woche. Vier stehen noch aus: Kanji, Comprehensive Japanese (was auch immer das sein soll...), Grammatik und Sprechen. Theoretisch brauche ich davon nur noch zwei wenn ich die 5 behalte die ich nun schon hatte...

Random Facts:
- Japanisches Trockenshampoo ist nass (aber meins ist, fancy fancy, von Shiseido)
- Hier wird Müll produziert, dass es verboten gehört. Wenn es regnet, kommen die Einkaufstüten in Extratüten damit sie nicht nass werden.

Sunday, October 14, 2012

Wieder eine Party später...


Hinter mir habe ich jetzt:
- den Health Check inklusive Pipi-Abgabe, Blutdruckmessen und Brust-Röntgen im seltsamen Röntgen-Bus.
-  das Treffen mit meinem Academic Advisor, einer Professorin namens Saitô die unglaublich nett war.
- die Ergebnisse vom Placement-Test abwarten.
 Röntgen Bus.
Nach dem Health Check und dem Treffen mit der Professorin sind May und ich zusammen mit den drei Mädels aus Trier in den nah an der Uni gelegenen "Recycle Store" gegangen. Wie der Name andeutet ein Second Hand Shop in dem man alles von Klamotten bis zu Möbeln und Geschirr kaufen kann. Ich kaufte:
Eine schöne Schüßel.
Mein Favorit ist diese kleine rote Tasche die mich seitdem begleitet. Sie hat viele Taschen innen. Ich mag das!Und sie hat nur ca 4 Eur gekostet!!*_*
Saitô Senseis Büro, ohne sie.

Der Placement Test ist... seltsam ausgefallen. Ich bin allen Kursen außer einem in Level zwei, dem zweithöchsten Level, in einem in Level drei. In dem einen Kurs werde ich mich aber auch in den zweier Kurs reden, zum Glück habe ich 5 gute Argumente warum ich auch hier in den 2er Kurs sollte... Was habe ich da wohl falsch gemacht?
 Mensa Essen. Ich hatte nur Beilagen. Sehr lecker.
 Mein Favorit: frittiertes Tofu mit Daikon-Rettich und Sojasauce, unter 1 Eur.
 Gakugei University Kekse
 Yay! Merchandise!!
 Mein erster Versuch Softeis zu drapieren.
Nachdem wir die Ergebnisse angeschaut haben, sind May und ich nach Kichijoji gefahren weil es interessant sein sollte und nicht so weit weg ist, also auch nicht so fahrkostenintensiv. Ich fands ganz nett da, allerdings muss ich nochmal zurück weil ich glaube, da gibts noch deutlich mehr zu entdecken. Und das Loft mit dem traditional Japanese crafts Store habe ich auch nicht gefunden... Dafür aber einen Laden namens "Yuzawaya" in dem es Handarbeitszeug en masse gibt, Malzubehör, Stoffe, Bastelkram... *_* Ich wollte sofort eine Nähmaschine kaufen und alles, was es sonst noch da gab. (Sumire, kennst Du den Laden?)
Da ich jetzt weiß, wo ich Zubehör dafür finde, und das auch noch zu super Preisen, kann ich nun anfangen Ohrringe zu machen. Yay!
 Kichijoji
 Kinder! Selbst die sind hier süß. Alles ist süß!
 Auch Crepes. Süß. Und so lecker!
 Kichijoji.
Abends gabs dann hier ne Party. Ne "Dance-Party". War recht lustig, auch wenn ich nicht lange ausgehalten habe weil mich jeden Morgen um halb sechs die Sonne weckt, die in mein Gesicht scheint. Und ich finde einfach keine bezahlbaren Vorhänge.;_; Blöd war allerdings, dass viele reinkamen, es zu leer fanden und sich dann draußen hingesetzt haben. Ja, so wirds nicht voller drinnen... :/
Samstag war ein Supertag!
Ich bin früh aufgestanden, habe geduscht, dann das Zimmer gesaugt während die Wäsche bei milden 20°C gewaschen wurde (das geht hier nicht heißer. WTF Japan?) , habe die Wäsche aufgehängt und bin dann los weil ich in Shibuya mit Risa verabredet war, die ich aus dem Chor in Hamburg kenne. Sie studiert in Hamburg Gesang. Am Bahnhof hier in Hitotsubashi Gakuen habe ich Conrad getroffen, ein Japaner (ja, der Name irritiert) aus dem Wohnheim hier der auch nach Shibuya wollte, und die Fahrt wurde sehr lustig. Und: Er ist schwarzgefahren!!! Woohoo! Einfach ohne Fahrkarte durch die Schranke. Haha! Es gibt da offenbar einen Trick den er mir nochmal genauer erklären muss. Warum ich mich so darüber freue? Keine Ahnung. Vielleicht weil sich endlich mal jemand nicht strikt an die Regeln hält? Egal, freut mich.
Mit Risa wars super! Sie ist original aus Yokohama, kennt sich also auch nicht gut in Tokyo aus, also sind wir zusammen herumstromert, haben zufällig einen von den Second Hand Klamottenläden gefunden die ich vorher rausgesucht hatte, sie hat mich aus einem Book Off Laden herausbekommen, wir haben lecker gegessen (ich hatte Hanba-ga (Hamburger, aber ohne Brot, Also nur die Frikadelle. Ist quasi Käsebrot ohne Brot, genau richtig für mich!)) und sind dann nach Harajuku gelaufen (wo ich zufällig Kana aus dem Semester unter uns aus Hamburg getroffen habe...O_O), zum Yoyogi Park wo ich Baby Castella gegessen habe (Leider kein Foto, ist so ähnlich wie Schmalzgebäck, nur ohne das ganze Fett und den Zucker.) und dann wieder zurück nach Shibuya.
 Meine Frikadelle! In einem "Family Restaurant" (billig, laut, schnell) namens "Gusto"
 Risa! <3
 Shibuya, die "andere" Seite des Bahnhofs von  der Aussichtsplattform des neuen Departement Stores "Hikarie"
Ich habe versucht Vorhänge zu finden, war aber wieder nicht erfolgreich. Es muss doch bezahlbare Vorhänge geben die die Sonne von mir fernhalten!
Aber:
Schöne flauschige, warme Hausschuhe für ca 2 Eur. In denen wohne ich jetzt! Die sind toll.
Das war ein sehr schöner Tag. ^^
Auf dem Rückweg habe ich in Kokubunji noch Johan, einen schwedischen Komilitonen, getroffen und dann habe ich beim Einkaufen das Brot vergessen. There goes my Breakfast.
Trotzdem guter Tag.
Heute (Sonntag): Nix! Ich habe vergessen mir Geld auf die Kreditkarte zu überweisen so dass der Bankautomat erst Montag wieder etwas ausspuckt, also: kein Geld, kein Spaß. Ich war aber auch so matsch heute... Stattdessen habe ich Ghosthunters online geschaut und zwischendurch mit meinen letzten Münzen Brot und frittierte Auberginen im Supermarkt gekauft. Auch ein guter Tag.
Statt aufregenden Abenteuern reiche ich heute ältere Fotos nach die ich auf dem Handy gefunden habe.
 Wohnheim Campus Haupttor
 Lecker Fisch!
 Wilkommensparty, die mit den verrückten Bingopreisen. Das war voll!
 Wein, gefunden auf dem Weg zu Donki in Kodaira.
 Eingepackte Birnen...
 Noch grüne Mandarinen...
 Granatäpfel. Das scheint ein super Obstgebiet zu sein...
 Hübscher Gullydeckel.
 Dingsie auf dem Weg zur Uni.
 Schräg gegenüber ist ein klitzekleiner Bambuswald.
 Teures Obst. Zwei Birnen, fast 5 Eur...O_O
 Zum Vergleich oben: lecker Mensa-Udon. Unten: Cup-Udon, weniger lecker.
Morgen treffe ich hoffentlich meinen lieben Kumpel TJ und vielleicht such ich noch einen Secondhand-Verkauft-Alles-Store von dem ich einen Flyer bekommen habe. 
Das Leben ist gut!