Sunday, October 20, 2013

Mäuse, Regen, Essen

Montag
So GAR nichts. Rumgehangen, mit dem Gasmann gesprochen (alles gut mit dem Herd), total vergessen, dass ich Unterricht habe. Stattdessen in die Stadt gelaufen, Sachen angeschaut. Ich brauche dringend ein paar Anziehsachen. Nach Japan habe ich etwa 50kg Klamotten mitgenommen, dieses Mal habe ich nur 20kg mit. Das bedeutet zwei Hosen, zwei Paar Schuhe, ein paar T-Shirts, drei Pullis... Nicht cool. Ich kann mir auch nicht den Rest meines Kleiderschrankes hinterherschicken lassen... Leider finde ich britische Mode stark fragwürdig derzeit. Na, toll!
Dienstag:
Gegen das Nichtstun gewehrt. tattdessen den Text über künstlich engineerte Mäuse übersetzt. Endlich kann ich auch auf japanisch über meinen Uterus, meine Eierstöcke, Eier und über Spermien reden. Yay. Hat mich einiges an Zeit gekostet, war aber einfacher als der Kack-Aktien-Text letzte Woche.
So am Schreibtisch sitzen bringt lustige Ausblicke. Ich schaue ja auf den Convenience Store... Ich werde anfangen Listen zu führen wieviele Leute zu welcher Uhrzeit in Pyjamas, Hausschuhen, Onesies oder ähnlichem da ein- und ausgehen. Heutiges Highlight: Eine Dame in einem Giraffen-Strampler.
Meine Workstation.
Ein Wort zur Gegend hier: Auch wenn ihr euch alle über die schönen britischen Backstein-Häuser freut: das hier ist keine schöne Gegend. Die meisten die hier wohnen sind Studenten, die Mieten sind günstig. Im Umkehrschluß bedeutet das, die, die keine Studenten sind und hier wohnen, sind arm. Und wir alle wissem, arme Leute sind bad news!!! *hust* Mir wurde gesagt, dass das hier eine der unschöneren Gegenden in Leeds ist. Und nur wegen der vielen Studenten nicht rasend gefährlich. Aha!
Einkaufen gewesen. Wollte Käse und Wasser kaufen. Kam zurück mit Brot, Süßem ohne Nüsse (!!!), Pot Noodles (nicht gut) und Wasser. Kein Käse. Meh.
Zum ersten Mal seit Freitag meine Mitbewohner getroffen, auf dem Weg zum Party-en. Wenn Rob und Ross nicht auf irgendetwas drauf sind, fress ich nen Besen. So gut gelaunt kann man gar nicht sein.:D
Mein Zimmer riecht, dank der Gyoza, nach Kohl.
Minigyoza
Lustige Spiele die ich spielen kann, auch ganz alleine:
- Hals-, Ohren-, Kopfschmerzen! Ist es eine Erkältung oder eine Migräne?
- Schritte auf der Treppe, Rumgepolter! Sind die Jungs heimgekommen, haben wir Einbrecher oder sinds bloß die Chaoten nebenan?
Warum ist internationaler Konsens, dass Zitronensaft immer in kleinen Plastikzitronen verkauft wird? 
Mittwoch:
Freier Tag. Um dem Nichtstun etwas zu entkommen, bin ich mittags los, zum etwas größeren Supermarkt den Berg runter (im Gegensatz zu dem in der Stadt, auf der anderen Seite des Berges). Kaum war ich am Geldautomaten vorbei und trippelte durch Hyde Park, da fing es an zu Regnen. Nur ein bißchen. Nicht schlimm, bin ja n`Hamborger Deern und nicht aus Zucker, richtig?
An der Cardigan Road mit Blick auf die Moschee
Die Bibliothek an der Cardigan Road
Zum Supermarkt, alles angefasst, beschnüffelt, zwölf Mal durch jeden Gang gelaufen. Gekauft: Käse (yay me!), Wurst, Aero Mousse Au Chocolat. Komme raus: Regen in Strömen! Auch der kleine, billige, fast nutzlose Schirm von Poundland war genau das: fast nutzlos. Füße: innerhalb von einer Minute klatschnass. Super.
Nass
Zurück heim, zurück in den Pyjama (weil ich nicht mal ne bequeme Hose zum Gammeln mitgenommen habe) und mit Supernatural und dem Kindle ins Bett.
Tag, du bist ein Arschloch.
PS: The Ocean at the End of the Lane von Neil Gaiman ist bis jetzt super...
Donnerstag:
Morgens Vorlesung. Nach drei rumhäng-Tagen wieder in die Uni ist echt... Nach der Vorlesung bin ich auch heim und hab noch ne Stunde Schlaf drangehängt. Dann wieder zurück, Weil der Unterricht am Montag ausfiel, wurde nachgeholt. Anschließend Japanisch Translation. Das ist reine Kopfarbeit und schlaucht echt etwas... Den Text zu nächster Woche muss ich einreichen. Irgendetwas über Umwelt-Kram. Uiuiui.
Nach dem Unterricht einen Haufen Leute eingesammelt und marrokkanisch essen gegangen. Zu zehnt oder elft. Sehr lecker, sehr nett. Langsam ist auch das Socializing nicht mehr gar so anstrengend.
Alle Mann
Lamm und Kartoffeln. Mmmh... 
Mariko und mein Teekannen-Männchen. Hat meine Finger vorm Verbrennen geschützt.
Alle mit meinem Alter überrascht. Ob das je aufhört? Ach, bestimmt sind in zehn Jahren die Leute nicht mehr entsetzt, dass ich so jung aussehe, sondern darüber, dass ich noch ledig und kinderlos bin obwohl ich offenbar meine Seele an den Teufel verkauft habe...
Anschließend war der Plan ins Uni-Pub (ja, so etwas gibts!) zu gehen weil da Quiz war.  Auf dem Weg dorthin wurde ich aber von Ayako darauf hingewiesen, dass weder sie noch ich unsere Hausaufgaben für Montag gemacht haben die aber morgen online sein müssen. Und außerdem noch research für den Unterricht morgen... Also sind die anderen ohne uns weiter. Dafür gehen wir morgen nach dem Unterricht in die Stadt Schuhe ansehen. Yay!
Freitag:
Um kurz nach zehn aufgestanden, angezogen, zur Uni. 20 Minuten reichen vollkommen zum anziehen, duschen, fertigmachen (nicht in dieser Reihenfolge). Textanalysis. Mir sagen lassen, dass, auch wenn meine Erfahrungen mich lehren, dass Pläne nie funktionieren, ich einen Plan haben soll, wo ich in 5 Jahren sein will. Ähm, nein.
Wichtige Botschaften auf dem Weg zur Uni.
Anschließend mit Claire in die Union gegangen. Holy Shit! The Union ist ein Gebäude in dem sich die Student Union (Studentenausschuß) befindet. Aber auch: Ein Supermarkt, Leeds Uni Merch Shop, Frisör, Schöhnheitssalon, ein Pub, ein Restaurant, ein Immobilienbüro, mehrere kleinere Läden für Essen to go, ein Kartenladen, ein Café, eine Lounge.... Alles was das Herz begehrt. Wir haben uns Essen geholt (Claire eines von gefühlten 10.000 Sandwiches im Supermarkt, ich ein Full-English-Breakfast-Pasty) und haben uns in die Lounge gesetzt. Ayako kam noch dazu und Claire hat uns beeindruckend aufgezeigt, warum britische Münzen besser sind als Euro-Münzen. Dann sind Ayako und ich in die Stadt, Schuhe ansehen. Meine sind einfach nicht ausreichend. 5 Stunden, einen Schal für mich und Hausschuhe für Ayako später habe ich immer noch keine neuen Schuhe. Mehrere anprobiert, nix war richtig. Was tun? Im Internet bestellen?
Ayako mit Katzenohren
Dackelschal
Egal, war ein guter Tag.
Abends noch Ross in der Küche getroffen (Rob und Glenn beide ausgeflogen) und mich nett ein Stündchen mit ihm unterhalten beim Essen. Und einen Blick in die Zimmer im ersten Stock durfte ich auch werfen. Deutlich größer als meins...:/ Yay.
Sidenote: Ich mag Leeds. Ich mag die Schule, die Leute, alles. Ich will nur immer noch nicht wirklich hier sein. Und: vielleicht ist es dafür noch etwas früh, aber ich fühl mich hier lange nicht so zu Hause wie in Tokyo... Eigentlich gar nicht.
Samstag:
Viel zu früh aufgewacht. Den Tag genutzt, um Hausaufgaben zu machen im Cluster. 4 Minuten Doku über Beethoven untertiteln.  Dann in die Stadt gelatscht auf der Suche nach Büroklammern. Witzig, was man alles so besorgen muss wenn man nur mit einem Koffer voller Klamotten irgendwo tatsächlich leben soll. Auch witzig, wenn man sich nicht recht auskennt und keine Ahnung hat, wo es z.B. günstige Schreibwaren gibt. Ähm, ha ha...
ERIC Cluster. Mal leer. Hier haben wir Unterricht und wenn kein Unterricht ist, ist das unser Cluster. Mit den Programmen die wir so brauchen. 
Zuhause versucht bei Kickz.co.uk Schuhe zu bestellen. Paypal geht nicht, Kreditkarte geht nicht... Ergo: bestellen geht nicht. Verdammt! Ich brauche neue Schuhe. Ernsthaft!
Sonntag:
Glenn war heute morgen kurz zu Haus, hat gepoltert und rumgeschrien (Telefon?) was beides eigentlich sonst gar nicht seins ist, und nun bin ich wieder allein. Wo sind die bloß immer? Egal, mein Haus!
Ansonsten: Hausaufgaben. Der Text für Japanisch ist echt lang dieses Mal... Etwa eine A4 Seite im Original? Und ich muss bis Dienstag fertig sein. Also: Drin bleiben heut. Meh. 

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